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Streiflichter der Geschichte Greußenheims
Wann zum erstenmal vor langer Zeit ein menschlicher Fuß heutigen Greußenheimer Boden betrat, wissen wir nicht, so wenig bis heute eine erste Siedlung festzustellen ist. Dazu fehlen archäologische Funde. Zwar sind ein Faustkeil, eine ungeschliffene und eine geschliffene Steinaxt im Greußenheimer Bereich gefunden worden, die heute im Mainfränkischen Museum aufbewahrt werden. Das deutet aber nicht unbedingt auf eine Siedlung hin, denn diese Gegenstände können ebenso auf der Jagd oder im Kampf mit einer fremden Horde verloren gegangen sein. Da aber rundum in Nachbarorten reichlich Funde zutage traten, ist sicher anzunehmen, dass sich auch in Greußenheim frühzeitig Menschen niederließen.

Greußenheim hat im Jahre 1977 seine 875-Jahrfeier begangen. Ganz sicher ist unser Dorf viel älter, nur – wir können´s nicht beweisen. So war schon dieses Jubiläumsfest ein kühnes Unterfangen, denn die Urkunde vom 05. November 1102, auf der es fußen sollte, wird zwar in der Literatur oft angezogen, ist aber nirgendwo archiviert. Es mag sie gegeben haben. Man zählt sie heutzutage zu den sogenannten „Depertita“, den verlorenen Urkunden. Sie ist nicht die einzige, die möglicherweise dieses Schicksal erlitten hat. Denkt man an die vielen Brände, Kriege und sonstigen Katastrophen in diesen inzwischen neun Jahrhunderten, kann man solche Verluste verstehen. Papier ist von anfälliger Substanz. Aber man glaubt den Inhalt der Urkunde zu kennen.
Der Kanoniker (Dekan?) Gerung, Anhänger des Bischofs Adalbero, verlässt im Jahr 1088 mit einer Gruppe Gleichgesinnter das Stift Neumünster in Würzburg und wird Gründer und erster Propst des Augustiner-Chorherrenstiftes Triefenstein. Mit dieser unauffindbaren Urkunde von 1102 wurde das Stift Triefenstein durch Bischof Emehard bestätigt. Nach der erst im späten 17. Jahrhundert aufgezeichneten Gründungsgeschichte von Triefenstein soll Gerung zu jener Zeit Pfarrer von Greußenheim gewesen sein, ließ aber die Pfarrei von einem Vikar versehen. Erste u r k u n d l i c h nachweisbare Nennung unseres Ortes geschieht in einer Urkunde vom 05. Februar 1136 des Bischofs Embricho durch Bestätigung eines Tausches mit dem Stift Triefenstein, wodurch dem Chorherrenstift die Pfarrei Kreuzwertheim mit ihren Filialen übergeben wird. Der Bischof erhält dafür die Pfarrei Greußenheim und ein Stück Kallmuth-Weinberg. Diese Urkunde ist im Staatsarchiv Wertheim archiviert, der Ortsname war damals G r u z z i. Eine beachtliche Zeugenreihe schließt sich dem Urkundentext an. Mit diesem Tauschvorgang sind die Beziehungen zum Stift Triefenstein beendet.
Um den Bericht nicht über Gebühr auszudehnen, folgen die weiteren Erklärungen in Form von Stichpunkten.

Urkunde 15.Febr. 1136


1376 verkauft Graf Johann I. von Wertheim Greußenheimer Leibeigene an den Bischof von Würzburg. Dies sagt uns, dass die Grafen von Wertheim Besitzansprüche in unserer Gemeinde hatten
1470 weist eine Urkunde des Ritterstifts St. Burkhard in Würzburg nach, dass es in Greußenheim eine Mühle gab, von welcher die Brüder Joachim und Philipp Truchseß von Rieneck 1549 die Hälfte für 60 fränkische Gulden an Georg Metzler in Würzburg veräußerten

1479 hatte das Dorf schwer unter einem feindlichen Überfall in das hochstiftische Amt Rothenfels zu leiden. Feinde des Fürstbischofs verwüsteten die Dörfer Greußenheim und Karbach und richteten erhebliche Schäden an. Sechs Menschen verloren dabei in unserem Dorf ihr Leben
16. Jahrhundert
das Siebenerwesen reicht bis in diese Zeit zurück

1630 mitten im Dreißigjährigen Krieg brachte der sogenannte „Schwedenwein“ eine ausgezeichnete Ernte
1673 wurde Greußenheim wie auch Ober- und Unterleinach von kaiserlichen Truppen schwer bedrängt und ausgeplündert.
1691 Beim ersten Großbrand in Greußenheim werden auch die Kirche und das Pfarrhaus ein Raub der Flammen. Der Turm blieb bis zum ersten Gurt erhalten
1732 ging das neu erbaute Dorf wieder in einem Großfeuer zugrunde. Die Kirche brannte völlig aus, auch der Turm wurde beschädigt.
1748 wurde die neue Konsekration der renovierten Kirche durchgeführt
1803 Säkularisation. Greußenheim wechselt den Herrn. Das Amt geht an das Fürstenhaus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg
1806 Greußenheim wird dem badischen Amt Steinfeld bei Lohr a. Main zugeteilt
1806-1820 Die Pfarrei kommt zum Bistum Speyer (Bruchsal).
1819 kam Greußenheim an das Königreich Bayern. Das Hin und Her war vorüber
1824 wurde ein Schulhaus errichtet
1866 Bruderkrieg zwischen Bayern und Preußen belastete auch unser Dorf. Preußische Soldaten lagen hier im Quartier. Ein Gedenkstein erinnert an die schlimme Zeit
1867 erging wieder der Ruf zu den Waffen: Krieg zwischen Frankreich und Deutschland. Eine an der Westseite der Kirche angebrachte Erinnerungstafel nennt die Kriegsteilnehmer
1869 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Greußenheim
1870 wird ein Verpflegungslager im Ort eingerichtet. Dadurch lernt Greußenheim den Genuss der Kaffeebohnen kennen. Die 1870er Jahre wiesen häufige Missernten auf. In dieser Zeit wurde die Reichswährung eingeführt. Die Unzahl von Münzen, Maßen und Gewichten wurde vereinheitlicht. Eine wirkliche Erleichterung.
1874 Geburtsjahr von Adam Stegerwald, Greußenheims bekanntem Sohn
1880 Das heutige „Alte Schulhaus“ (Rathaus) wird gebaut. Es herrschte Platzmangel im bestehenden Gebäude. Gründung der Soldaten- und Kriegerkameradschaft
1890 Bis in diese Zeit war der Herchenberg noch mit Reben bestockt
1891 Der Darlehenskassenverein wurde gegründet, ebenso ein „Vorläufer“ des jetzigen Obst- und Gartenbauvereins
1895 Nun kommt die Post täglich nach Greußenheim
1898 Greußenheim erhält eine Posthalterstelle
1925 Pferdepost wird abgelöst von der Kraftpostlinie
1927/28 Eine Omnibuslinie nach Würzburg erleichtert den Verkehr
1928 Die Wasserleitung wird verlegt
1946 Gründung des Sportvereins Greußenheim e.V.
1951 Beginn der Flurbereinigung
1954 wird das Lagerhaus der Raiffeisenkasse erbaut
1955 –1963 Ausbau der Ortstraßen und Flurwege
1962 Friedhof, Leichenhausbau
1960er Jahre Kanalisation, Ausbau der Ortsdurchfahrt, Bau der Kläranlage und Bachregulierung
1964/65 Das neue Schulhaus am Geisberg wird gebaut. Gründung MHD Ortsverein
1973 Gründung des Musikvereins Greußenheim
1977 Die neue Turnhalle mit Gaststätte wird gebaut (Geisberghalle).
1980/81 Neubau des Feuerwehrgerätehauses Heinrich-Horn-Platz; Umbau des Kindergartens, Kirchenrenovierung
1985 Hoher Besuch: Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Bayerns Ministerpräsident Franz- Josef Strauß anlässlich des 40. Todestages von Dr. Adam Stegerwald
1989 Umbau Milchhäusle/Backhäusle
1991/92 Erschließung der Trinkwasserversorgung am Sauberg, Gut Greußenheim wechselt den Eigentümer
1993 Erschließung Gewerbegebiet „Am Biotop“
1995 Ausweisung eines Wasserschutzgebietes
1996/97 Baugebiet Eselsweg-West mit Blockheizkraftwerk (BHKW), Partnerschaft Valfabbrica (Italien), Umbau Wasserhaus in Jugendtreff
1999 Dorferneuerung, Rathaussanierung, neues Pfarrheim, Umzug der Caritas-Sozialstation St. Burkard
2000 Neues Holzhackschnitzel-Heizwerk, EXPO
2002-2005 Neubau des Feuerwehrgerätehauses an der Leinacher Straße
2003 Neubau Tagespflegestätte Vinzentinum
2005 Auflösung der Poststelle
2006 Beginn der Privatwaldbereinigung
2009 Grünndung des Vereins "Faschingsfreunde Greußenheime.V."
2011 Gründung des Theatervereins "Vohang auf e.V."

2011 Eröffnung des Kulturjahres 2011/2012
 

2013 Schließung der Grundschule Greußenheim

2013 Einrichtung einer Kleinkindgruppe im Kinderhaus Greußenheim

2013 Ausweisung des neuen Baugebietes Röthe Süd

 





Einwohnerzahl (Stand 11.11.2011: 1.640 (einziger Wohnsitz/Hauptwohnsitz 1.585, Nebenwohnsitz 55)




Älteste Bürgerin: 1920 geboren
Ältester Bürger: 1919 geboren
Stärkste Jahrgänge sind: 1960 (47) und 1961 (44)
Altersstruktur:
0 – 3 Jahre: 35 = 2,1 %
4 – 6 Jahre: 44 = 2,7 %
7 – 15 Jahre: 162 = 9,9 % / 0 – 18 : = 299 (18,2 %)
16 – 18 Jahre: 58 = 3,5 %
19 – 65 Jahre: 1115 = 68,0 %
66 Jahre und älter: 226 = 13,8 %


Reineldis Roth
Thomas Rützel





Wappen Greußenheim

Das jetzt vorhandene Gemeindewappen lässt sich auf zwei geschichtliche Ereignisse zurückführen. Der "Schlüssel", eine der beiden Darstellungen im Wappen, versinnbildlicht die Stiftung der Chorherrenstifts der Augustiner zu Triefenstein durch den ersten Pfarrer zu Gruzzen, Dechant Gehrung. Die zweite Darstellung, "drei Rosen", symbolisieren den Besitztum von Amt Rothenfels an das Fürstentum Löwenstein-Wertheim-Rosenberg.

 

Wappen


 

 

 

Heute stellt sich die Gemeinde als moderne und sehr umweltbewusste Kommune dar. So hat die Gemeinde im Jahre 1993 ein Gewerbegebiet für die Ansiedlung entsprechend potenter Betriebe ausgewiesen, um einerseits die fehlende Finanzkraft zu stärken und andererseits im Ort Arbeitsplätze zu schaffen. Handwerk-, Produktions- und Dienstleistungsbetriebe haben sich vorbildlich integriert. Im Jahre 2011 wurde das gewerbegebiet um 10.500 m² Gewerbefläche erweitert. Im Gewerbegebiet "Untere Mühle" sind etwa 500 Arbeitsplätze vorhanden. Der Großteil der rund 1.650 Einwohner arbeitet in Würzburg und Umgebung. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat seine Spuren hinterlassen. 80 % der Landwirtschaft in Greußenheim ist Bio-Landwirtschaft. Der umwelfreundliche Ort entwickelt sich immer mehr zu einer Wohngemeinde.


Im Umweltbereich wurde landesweit vorbildliche Einrichtungen geschaffen, die viele Auszeichnungen erhielten.



Alle öffentlichen Gebäude und einige private Anwesen werden über ein Nahwärmenetz (zentrales Holzhackschnitzelheizwerk) versorgt.

Die Gemeinde hat eine eigene Trinwasserversorgung. 70 ha des Wasserschutzgebietes wurden stillgelegt und werden nicht mehr bewirtschaftet. Die Bewirtschafter erhalten einen finanziellen Ausgleich.

Die ehem. Erdaushubdeponie der Gemeinde wurde an einen Investor zur Errichtung einer Photovoltaikanlage (1,6 MW) verpachtet.

Das laufende Privatwaldflurbereinigungsverfahren ordnet den Privatwald neu und erschließt weitere nachhaltige Holzenergiequellen.
 


Die Gemeinde Greußenheim feierte das Kulturjahr 2011/2012 anlässlich der ersten nachweislichen urkundlichen Erwähnung im Jahre 1136 mit verschiedenen kulturellen Veranstaltungen. Den Abschluss bildete der "Tag der offenen Höfe" mit einem großen historischen Festzug am 22. Juli 2012.


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