Das Biomasse-Heizwerk in Greußenheim wurde im Jahre 1998 von einer Gesellschaft bestehend aus engagierten Bürgern Greußenheims gegründet, um damit verschiedene öffentliche Einrichtungen zu versorgen.
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Als Heizmaterial werden Holzabfälle verwendet, die bei Forstarbeiten im Wald anfallen. Diese werden in der Anlage vollautomatisch verheizt. Die dabei verwendete Technik ist hochmodern, erprobt und ausgereift.
Mit diesem Projekt zeigt Greußenheim ein weiteres Mal sein Umweltbewusstsein in Zusammenarbeit mit
C.A.R.M.E.N. (Centrales Agrar-Rohrstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk), gefördert vom Land Bayern.
Das Projekt:
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Den Anstoß zum Bau dieses umweltfreundlichen Heizwerks gab Bürgermeister Bruno Scheiner. Die Voraussetzungen für den Betrieb eines Biomasse-Heizwerkes für Greußenheim sind ideal. In enger Nachbarschaft im Altort befinden sich 9 öffentliche Gebäude, angefangen mit Rathaus, Kirche, Pfarrhaus, Pfarrheim, Kindergarten, FFW-Gerätehaus, Bauhof, Schule und Mehrzweckhalle mit Gastraum. Alle dort vorhandenen Feuerungseinrichtungen sind entweder veraltert, sanierungsbedürftig oder entsprechen nicht mehr den zukünftigen Prüfvorschriften.
Im Jahre 1998 wurde von engagierten Bürgern die Bioenergie Greußenheim GmbH als Betreibergesellschaft gegründet. Im August 1999 wurde mit dem Bau des Heizwerkes begonnen, im Dezember des selben Jahres der Heizbetrieb aufgenommen. Geheizt wird mit naturbelassenem Holz, das hauptsächlich bei Forstsarbeiten im Wald anfällt.
Brennstoff:
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Die Heizanlage ist für Waldhäcksel ausgelegt, welches bei der Waldpflege und Waldnutzung im Gemeinde- oder Privatwald anfällt. Die Betreibergesellschaft hat diesbezüglich einen Holzabnahmevertrag mit der Gemeinde und als Gegenleistung wiederum einen Wärmeliefervertrag mit der Betreibergesellschaft abgeschlossen.
Das Brennmaterial wird geheckselt geliefert und in einer Etagenhalle zwischengelagert. Durch die Füllung der Vorratsgrube ist ein permanentes Nachfüllen nicht nötig. Der Brennstofftransport erfolgt sodann automatisch über Schneckenaustragung und wird durch die Kesselregelung gesteuert. Die Feuerung ist als Unterschubfeuerung in den Kessel integriert.
Über eine Einschubschnecke wird der Brennstoff in die Brennkammer gefördert. Dort findet unter kontrollierter Zugabe von Luft über ein Gebläse der Verbrennungsvorgang statt. Die bei der Verbrennung entstehende Asche wird automatisch aus dem Feuerraum entfernt. Diese bewährte Technik bietet die Möglichkeit, verschiedene Biomasse-Brennstoffe mit unterschiedlichen Feuchte- und Aschegehalten einsetzen zu können.
Technik :
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Durch einen 5-Zug-Kessel, in dem die in den Rauchgasen enthaltene Wärmeenergie an das Heizwasser abgegeben wird, wird ein hoher Wirkungsgrad bei er Wärmenutzung ermöglicht. Die Rauchgase werden zur Reduzierung der Staubemissionen durch einen Zyklonabscheider geleitet. Nach dem Staubabscheider ist ein Saugzugventilator angeordnet, der den erforderlichen Unterdruck im System gewährleistet. Die Ableitung der Rauchgase erfolgt über einen 10 m hohen Edelstahlschornstein. Das im Kessel auf ca. 85 °C erwärmte Wasser wird durch ein Rohrnetz (isolierte Stahl Rohre) zu den Verbrauchern geleitet. Ein kompressorgesteuertes Ausdehnungsgefäß sorgt für konstanten Netzdruck.
Mit der Idee des Biomasse-Heizwerkes reagiert die Gemeinde Greußenheim auf die Probleme der Gegenwart. Kommune und Landwirte greifen zu einer beispielhaften Selbsthilfemaßnahme und nutzen damit neue Einkommensmöglichkeiten durch nachwachsende Rohstoffe, und erhalten durch die Bezahlung des Brennstoffes und der Anlagenbetreuung einkommenswirksame Mehreinnahmen. Der Ländliche Raum erfährt eine Stabilisierung. Biogene Brennstoffe aus dem Umkreis werden in einer ländlich orientierten Kommune vorbildlich, umweltfreundlich genutzt und verringern die CO2 Emissionen um ca. 350 t/a.s
Leistung:
Der Leistungsbedarf der Anlage wurde mit 680 kW ermittelt. Bei einer mittleren Feuchte von rund 30 % hätte dies einen Nutzungsgrad von 85 % und müsste rund tausend Stunden im Jahr laufen. Daraus ergibt sich ein Hackschnitzelbedarf von 1.088 Schüttkubikmeter (2,5 Schüttkubikmeter entsprechen einem Festmeter Holz). Setzt man einen Preis von 35 DM pro Schüttkubikmeter an, so betragen die reinen Energiekosten der Holzhackschnitzel Heizanlage ca. 38.000 DM. Für entsprechendes Heizöl müssten ca. 81.000 DM aufgewendet werden. Die Übergabe der Wärme aus dem Nahwärmenetz erfolgt über die üblichen Wärmertauscher in den öffentlichen Gebäuden oder Privathaushalten. Die Investitionskosten der Einrichtung des Biomasse-Heizkraftwerkes, wurde als Pilotprojekt mit 47 % durch den Freistaat Bayern und EU-Mitteln gefördert.